An sich harmlose Stoffe werden vom Körper als fremd erkannt und bekämpft. Allergie ist nicht nur lästig, sie kann unbehandelt auch zu schwereren Erkrankungen führen.

Wenn die Nase rinnt, gibt es dafür einige verschiedene Ursachen. Ein häufiger Grund für den Schnupfen ist eine allergische Reaktion. Wenn statt eines Krankheitserregers ein Stoff, auf den unser Immunsystem überreagiert, die Nase reizt, spricht man von „allergischem Schnupfen“. In der Fachwelt wird der Begriff „allergische Rhinitis“ verwendet. Die häufigste Form ist der Heuschnupfen, der saisonal auftritt. Bestehen die Symptome das ganze Jahr über, könnte eher Hausstaub oder ein anderes Allergen, wie Milben, Pilze oder Tierhaare, verantwortlich sein.

Diagnose: der erste Schritt zur Besserung

Wer unter allergischem Schnupfen leidet, sollte jedenfalls einen Allergietest machen. Denn nur, wenn der Auslöser bekannt ist, kann auch etwas dagegen unternommen werden. Auch wenn der Leidensdruck nicht so groß ist: Der Weg zum Allergologen lohnt sich. Beim Pricktest werden Allergene auf die Haut aufgetragen, und die Haut wird mit einer kleinen Lanzette schmerzlos geritzt. An der Reaktion zeigt sich, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt. So lässt sich abklären, welcher Stoff, zum Beispiel Pollen oder Tierhaare, die Reaktion auslöst.

Allergenvermeidung

Ist der Auslöser einmal bekannt, kann der Patient versuchen, das Allergen so weit wie möglich zu vermeiden. Der Pollenwarndienst der MedUni Wien liefert täglich eine Prognose, welche Allergene zu welcher Tageszeit besonders aktiv sind. Aktivitäten im Freien und das Lüften der Wohnung können so zu Zeiten geplant werden, in denen die Belastung geringer ist. Auch die Luftverschmutzung trägt zur Allergie bei, weil Schadstoffe die Atemwege zusätzlich reizen. An Tagen beziehungsweise Tageszeiten mit hoher Stickoxid- und Ozonbelastung sollen Allergiker eher im Innenraum bleiben und insbesondere keinen Sport im Freien machen. Ein Luftfilter kann helfen, den Wohnraum, besonders das Schlafzimmer, allergenfrei zu halten. Sich möglichst wenigen Allergenen auszusetzen ist die wirkungsvollste Therapie.

Linderung der Symptome

Allergiker können sich natürlich nicht dauerhaft in luftgefilterten Innenräumen aufhalten und auf jede Aktivität im Freien verzichten. Antihistaminika verhindern, dass der Entzündungs- und Allergiebotenstoff Histamin seine Wirkung im Körper entfalten kann. Antihistaminika der zweiten Generation haben weniger Nebenwirkungen: Man wird von der Einnahme nicht so müde. Apotheker beraten, welches rezeptfreie Medikament geeignet ist und ob eine Tablette oder ein Nasenspray die Methode der Wahl ist. Auch zur Linderung der Symptome hilft der Arztbesuch: Wenn Antihistaminika nicht ausreichend wirken, kann der Hausarzt eine örtliche Behandlung mit Steroiden verordnen.

Pflege der Nasenschleimhaut

Wenn die Nasenschleimhaut trocken und brüchig wird, können Allergene leichter eindringen und vermehrt Beschwerden verursachen. Nasensprays mit Salzwasser und Wirkstoffen, die die Schleimhaut feucht halten, helfen beim Wiederaufbau der Nasenschleimhaut und lindern die Symptome.

Spezifische Immuntherapie

Mit den bereits genannten Methoden lassen sich nur die Symptome, nicht der Auslöser bekämpfen. Um die Allergie am Schopf zu packen, ist die spezifische Immuntherapie das Mittel der Wahl. Dabei wird der Körper Schritt für Schritt an das Allergen gewöhnt. Der richtige Zeitpunkt für Pollenallergiker, mit einer spezifischen Immuntherapie zu beginnen, ist der Herbst. Die spezifische Immuntherapie lindert nicht nur die Allergiesymptome, sie beugt auch schwereren Erkrankungen wie Asthma vor. Fragen Sie einen Allergologen nach den Möglichkeiten.

Quellen:

  • Seidman MD et al., Clinical Practice Guideline: Allergic Rhinitis. Otolaryngology
  • Head and Neck Surgery 2015, Vol. 152(1S):S1–S43
  • Beule A et al., Rhinosinusitis S2k-Leitlinie