Während der Corona-Krise verbringen wir so viel Zeit zu Hause wie noch nie. Oft ist die ganze Familie auf engem Raum, die Wohnung ist Heim, Büro und Spielplatz. Da ist es wichtig für Nase und Schleimhäute auf das Raumklima zu achten.

„Viel frische Lust ist gesund“, sagt Uwe Berger, Leiter des Pollenwarndienstes der Meduni Wien im Gespräch mit dem Schupfendoktor, „aber nicht für Allergiker“. Sobald die Temperaturen wieder zehn Grad übersteigen, ist mit starker Pollenbelastung durch Erle und Birke zu rechnen. Wenn wir viel Zeit auf engem Raum in den eigenen vier Wänden verbringen, ist es jetzt umso wichtiger, auf ein gesundes Raumklima zu achten. Nicht nur Pollen und Schadstoffe stellen eine Belastung dar, sondern auch Schadstoffe, die im Innenraum durch Menschen, Haustiere und beim Kochen entstehen.

Bringen Sie Allergene nicht ins Haus

Legen Sie Oberbekleidung wie Mantel und Pullover im Vorzimmer ab und bringen Sie sie nicht mit ins Wohn- oder gar Schlafzimmer. Waschen Sie häufiger die Haare.

Lüften Sie richtig

Achten Sie beim Lüften darauf, dass Sie frische Luft ins Haus lassen und nicht die Pollen-Lawine. Oft wird das Stoßlüften empfohlen, wo die Fenster weit geöffnet werden. Während das für pollenunempfindliche Menschen empfehlenswert ist, müssen Allergiker anders lüften, denn der turbulente Luftstrom beim Stoßlüften spült Pollen und Feinstaub ins Haus. Besser ist es ein Fenster eine Viertelstunde lang zu kippen. Die warme Luft aus dem Innenraum strömt durch den Spalt. Der laminare Luftstrom verhindert, dass große Mengen Pollen ins Haus kommen. Die Belastung durch Schadstoffe spielt ebenfalls eine Rolle, besonders für Menschen, die nahe einer stark befahrenen Straße wohnen. Während der Corona-Krise ist das allerdings kein Problem. Die verkehrsbezogene Schadstoffbelastung ist gering. Wer einen Luftfilter besitzt, kann auch Stoßlüften und dem Gerät die Arbeit überlassen. Achten Sie auch darauf zur richtigen Tageszeit zu Lüften.

Tagesplanung

Die Belastung durch Feinstaub, Luftschadstoffe und Pollenflug ändert sich im Verlauf des Tages und unterscheidet sich von Tag zu Tag. Die Webseite und die App des Pollenwarndienstes der Meduni Wien helfen Ihnen bei der Planung Ihres Tages. Einkaufen, Spaziergänge, Bewegung im Freien und Lüften der Räume kann so zu Tageszeiten erfolgen, wo die Belastung niedrig ist. Generelle Empfehlungen wie früh morgens oder spät abends zu Lüften sind obsolet. In Wien bespielsweise stellte sich heraus, dass die Pollenbelastung in Sommernächten um 23 Uhr am stärksten ist. Denn Pollen haben ideale Flugeigenschaften, bleiben in der Luft und halten sich nicht an Uhrzeiten.

Benützen Sie einen Luftfilter

Allergiker sollen, wenn das finanziell möglich ist, einen Luftfilter anschaffen, sagt Berger. „Luftfilter bringen eine messbare Verbesserung der Luftqualität im Innenraum,“ so Berger, der selbst drie solche Geräte besitzt. Jeweils im Schlaf- Wohn und Arbeitszimmer halten sie die Luft Partikelfrei. Bei der Auswahl eines geeigneten Gerätes rät der Experte auf folgende Aspekte zu achten:

  • Eingebautes Messgerät

Ein guter Luftfilter kann die Luftqualität selbstständig messen. Das Gerät zeigt auf dem Display die Schadstoffbelastung, kategorisiert nach Pollen, Feinstaub und Gasen an und kann die Filterleistung adaptieren. „Wenn ich mich morgens rasiere, erkennt das Gerät das Rasierwasser in der Luft und beginnt zu arbeiten“, ist Berger begeistert

 

  • Qualität und Preis des Filters

Ein guter Filter zeichnet sich durch mehrere Lagen und einen Aktivkohlefilter aus. Ein wichtiger Aspekt bei der Kaufentscheidung ist der Preis der Filter, so Berger. Ähnlich wie bei Druckern, kommt es vor, dass das Gerät preisgünstig ist, die Ersatzfilter dafür sehr teuer. Bringen Sie in Erfahrung, wieviel die Ersatzfliter kosten, bevor Sie beim Gerät ein Schnäppchen machen. Manche Geräte ionisieren die Luft, das kann zu einem unnatürlichen Raumklima führen.

  • Smart Home

Manche Geräte sind in der Lage, vernetzt zusammenzuarbeiten. Überlegen Sie, ob das für Ihren Anwendungsfall wichtig ist. „Für mich ist das wichtig“, sagt Berger „so muss ich mir Abends keine Gedanken machen, ob die Geräte in den Ruhemodus geschaltet sind und kann das mit der App vom Bett aus erledigen“.

  • Markenprodukte empfehlenswert

Ohne eine Empfehlung für einen bestimmten Hersteller auszusprechen, zeigt sich Berger überzeugt, dass alle Geräte namhafter Hersteller empfehlenswert sind.

Lesen Sie mehr

Beim Allergiedoktor lesen Sie alles, was Sie über Allergien wissen müssen.