Eine Infektion der oberen Atemwege mit an sich harmlosen Viren löst Erkältung aus. Mehrmals im Jahr erwischt den Durchschnittsmenschen eine Erkältung.

Husten, Halsschmerzen, Schnupfen: Wenn die Erkältung umgeht, gibt es kaum etwas, was man tun kann. Früher oder später stecken wir uns alle an. Das ist lästig, aber nicht weiter schlimm. Denn die Viren, die eine Erkältung auslösen, sind in der Regel harmlos. Das heißt, sie werden dem Körper nicht gefährlich; die lästigen Symptome, unter denen wir leiden, wenn wir erkältet sind, sind nicht dem Virus selbst, sondern der Reaktion des Immunsystems zuzuschreiben.

Verkühlung

Der Name „Erkältung“ oder „Verkühlung“ ist ein wenig irreführend. Es handelt sich um eine Virusinfektion, die nichts mit der Kälte zu tun hat. Die Erkältung kommt nicht von kalten Händen oder Füßen in den Wintermonaten, sondern von einem Virus, das wir einatmen oder das über die Hand auf die Schleimhaut gerät. Dort angekommen, werden die Viren vom Immunsystem erkannt und durch Husten, Niesen und eine Entzündung der Schleimhäute daran gehindert, Schaden anzurichten.

Kalte Nase

Die Erkältung hat insofern doch mit Kälte zu tun, als sich die Erkältungsviren bei niedrigen Temperaturen besonders gut vermehren können. Mit „niedrigen Temperaturen“ sind hier nicht etwa Minusgrade gemeint, sondern Temperaturen ein wenig unterhalb der normalen Körpertemperatur, 35 Grad Celsius etwa. Das sind Bedingungen, die man in der Nase vorfindet. Die Luft, die wir einatmen, wird in der Nase gefiltert und angewärmt, bevor sie tiefer in die Atemwege vordringt. Deshalb werden Erkältungsviren von der Nase gewissermaßen abgefangen. Dort finden sie gute Lebensbedingungen vor. Wenn die Nasenschleimhaut trocken und brüchig ist, können Viren leichter eindringen. Wirkstoffe wie Dexpanthenol und Hyaluronsäure halten die Schleimhaut feucht und unterstützen ihren Wiederaufbau. Das Immunsystem verhindert gleichzeitig, dass die Viren weiter in den Körper wandern. Wer unter Schnupfen leidet, kann es positiv sehen und dem Immunsystem danken, dass es eine Bronchitis oder gar Lungenentzündung verhindert hat.

Viele Auslöser – keine Impfung

Über 200 verschiedene Viren können eine Erkältung auslösen, die sich darüber hinaus laufend verändern. Ihre Gene mutieren, und die für das Immunsystem zugängliche Oberfläche der Viren verändert sich; so umgeht das Virus das Gedächtnis des Immunsystems. Der Körper erkennt den Schnupfenauslöser nicht wieder. Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren sind einige Typen von Viren, die Schnupfen auslösen. Weil das Spektrum an Erregern so groß ist und diese sich rasch verändern, ist die Entwicklung einer Impfung oder ähnliche Vorsorge gegen die Erkältung nicht möglich. Wir werden auch in Zukunft damit leben müssen.

Quellen:

  • Beule A et al., Rhinosinusitis S2k-Leitlinie
  • Allan MG et al., Prevention and treatment of the common cold: making sense of the evidence. CMAJ 2014 Feb 18; 186(3):190–199