Kleine Kinder haben auch ein junges, ungeübtes Immunsystem. Sie erkranken besonders häufig an Schnupfen und Erkältung. Nicht immer wird gleich ein Arzt benötigt.

Während Erwachsene im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr verkühlt sind, bringen Kinder acht bis zehn verschiedene Erkältungen pro Jahr nach Hause. Erkältungsviren sind so vielfältig, dass das Immungedächtnis nicht greift. Jedes neue Virus erwischt uns kalt. Trotzdem haben Erwachsene, die in ihrem Leben bereits Dutzende Erkältungen durchgestanden haben, einen Vorteil: Ihr Immunsystem erkennt einige, wenn auch nicht alle Erreger. Kinder sind aufgrund ihres ungeübten Immunsystems einem viel breiteren Spektrum an Erregern ausgesetzt. Deshalb läuft bei kleinen Kindern so häufig die Nase. Besonders wenn viele Kinder auf engem Raum zusammen betreut werden, wie in Schule, Kindergarten oder Sommercamp, gehen die Schnupfenviren um.

Symptome lindern

„Der Schnupfen dauert mit Medikamenten eine Woche – und ohne sieben Tage“, ist eine alte Volksweisheit. Sie hat durchaus ihre Gültigkeit. Besonders bei Kindern. Während Erwachsene häufig zu Medikamenten greifen, welche die Entzündung hemmen und abschwellend wirken, sind diese für kleine Kinder oft nicht zugelassen. Wenn erkältete Babys und Kleinkinder schwer Luft bekommen und nachts nicht schlafen können, verschaffen einige Tipps Linderung.

    • Luftfeuchtigkeit erhöhen!

Hängen Sie befeuchtete Tücher im Schlafzimmer auf.

    • Verstopfte Nase befreien!

Mit einem Nasensauger können Eltern die verstopfte Nase des kleinen Patienten vom Schleim befreien.

    • Viel trinken!

Viel Flüssigkeit hilft, den Schleim zu lösen. Das Getränk der Wahl ist dabei Wasser. Kräutertees sollen, wenn überhaupt, nur sparsam und zuckerfrei eingesetzt werden. Schleimlösende Medikamente sind für Kinder nicht geeignet.

    • Vorsicht bei Medikamenten!

Viele rezeptfreie Mittel gegen Erkältung sind nicht für Kinder geeignet. Geben Sie Ihrem Kind nicht einfach Medikamente, die Sie zu Hause haben. Fragen Sie in der Apotheke nach Medikamenten, die für Kinder geeignet sind.

    • Pflege der Nase

Kleine Kinder dürfen keine abschwellenden Wirkstoffe einnehmen. Deshalb eigenen sich Nasensprays mit Salzwasser gut, um die Symptome zu lindern und die Nasenschleimhaut feucht zu halten. Wenn das Baby unter der verstopften Nase leidet, keine Luft bekommt und nicht schlafen kann, kann ein Nasensauger helfen, die Atemwege wieder frei zu machen.

    • Zuwendung statt Medizin!

Wenn Eltern ihren Kindern Medikamente geben, wirkt nicht nur der Wirkstoff, sondern auch der Placeboeffekt: Das Kind erfährt Zuwendung, das allein macht den Schnupfen schon besser. Kümmern Sie sich liebevoll um das kranke Kind, nehmen Sie die Beschwerden ernst, und lassen Sie es für ein paar Nächte im elterlichen Bett schlafen. Nähe, Körperkontakt und Zuwendung ist oft die beste Medizin.

    • Vorsicht bei Honig!

Immer wieder liest man, dass Honig bei Erkältung hilft. Tatsächlich kann Honig gegen Hustenreiz helfen. Bei Kindern ist Vorsicht geboten. Sie sollen keinen Honig zu sich nehmen. Fragen Sie den Kinderarzt, bevor Sie Ihrem Kleinkind Honig geben.

Wann zum Arzt

Nicht jede Erkältung – auch nicht bei Babys – muss gleich vom Arzt behandelt werden. Bei Kindern kommt allerdings oft Husten und Fieber hinzu. Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers, die hilft, Erreger zu bekämpfen. Es wäre also kontraproduktiv, jedes Fieber gleich mit fiebersenkenden Medikamenten zu bekämpfen. Erst wenn die Temperatur 38 °C bei der Messung im Ohr beziehungsweise 38,5 °C rektal übersteigt, sollte der Kinderarzt hinzugezogen werden.

Quellen:

    • Beule A et al., Rhinosinusitis S2k-Leitlinie
    • Allan MG et al., Prevention and treatment of the common cold: making sense of the evidence. CMAJ 2014 Feb 18; 186(3):190–199