Die rinnende Nase ist eines der häufigsten Symptome, mit denen alle Menschen zu kämpfen haben. Wie entsteht Schnupfen, und was ist die Funktion der rinnenden Nase?

Die Nase läuft, ist verstopft, und das Atmen fällt schwer. Jede und jeder hatte schon einmal Schnupfen. Es ist eines der häufigsten Symptome überhaupt. Die Rhinitis – wie der Schnupfen von Medizinern genannt wird – ist eine Entzündung oder Reizung der Nasenschleimhaut. Die Rhinitis ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems, das etwas als „fremd“ erkennt und den Körper dagegen verteidigen will.

Die erste Verteidigungslinie des Immunsystems

Das Immunsystem des Menschen hat die Aufgabe, „fremde“ Bestandteile – man spricht von „Antigenen“ – zu erkennen und unschädlich zu machen. Die oberen Atemwege sind gewissermaßen die erste Verteidigungslinie des Körpers, wenn fremde Stoffe in der Luft liegen und eingeatmet werden. Die Nasenschleimhaut und ihre feinen Haare bilden eine große Oberfläche, damit sie die eingeatmete Luft filtern und fremde Stoffe erkennen können. Wird ein solches Antigen erkannt, wird der Niesreiz ausgelöst. Reflexartig wird Luft durch die Nase gepresst, mit dem Ziel, einen fremden Stoff aus dem Körper zu schleudern. In weiterer Folge kommt es zur Entzündungsreaktion: Die Nasenschleimhaut schwillt an, Zellen des Immunsystems werden durch Blut und Lymphe an den Ort des Geschehens gebracht, um Antigene ausschalten zu können. Die Nase rinnt, fremde Stoffe werden aus dem Körper gewaschen.

Ursachen für Schnupfen

Die Entzündung der Nasenschleimhaut trägt also dazu bei, dass fremde Stoffe nicht tief in den Körper eindringen können und wir – bis auf den lästigen Schnupfen – gesund bleiben. Doch nicht alle Antigene, gegen die sich der Schnupfen richtet, sind auch wirklich gefährlich. Folgende Ursachen kann Schnupfen unter anderem haben:

Erkältungsviren

Wenn wir uns erkälten, ist die Nasenschleimhaut als Erstes von der Infektion betroffen. Schnupfen und die Schwellung der Nebenhöhlen sind das Resultat.

Bakterien

Bei einer bakteriellen Infektion der Nasenschleimhaut kann es zu einem eitrigen Schnupfen kommen.

Allergene

Reagiert die Nase auf Allergene – Stoffe, die der Körper irrtümlich als gefährlich erkennt –, wird ebenfalls eine Entzündungsreaktion ausgelöst. Die Rede ist dann von allergischer Rhinitis. Die häufigste Form ist der Heuschnupfen.

Fremdkörper

Fremdkörper, die in der Nase stecken bleiben, lösen ebenfalls Schnupfen aus.

Kälte

Begibt man sich im Winter plötzlich aus einem warmen Zimmer in die Kälte, kann es sein, dass der Körper auf den Temperaturunterschied mit Schnupfen reagiert.

Hyperreaktivität

Eine chronisch verstopfte, hyperreaktive Nase kann viele Ursachen haben, die der HNO-Arzt abklären sollte. Arzneimittel, Giftstoffe, Allergene oder anatomische Besonderheiten der Nase können Auslöser sein.

Quellen:

  • Beule A et al., Rhinosinusitis S2k-Leitlinie
  • Allan MG et al., Prevention and treatment of the common cold: making sense of the evidence. CMAJ 2014 Feb 18; 186(3):190–199